Die Zeit vor 1900

Die ersten Hinweise über die Entstehung der Feuerwehr Pupping reichen in das Jahr 1875 im Zusammenhang mit einem Großbrand im Ort Pupping zurück. Zu diesem Zeitpunkt hat es zwar bereits ein Zeughaus gegeben, in dem unter anderem auch eine fahrbare Handspritze untergebracht war. Jedoch: Ausgebildete Feuerwehrmänner waren nicht vorhanden. So kam, was kommen musste:

Buben hatten am 22. Juli 1875 im Garten des Mayrhauses Pupping Nr. 1 gezündelt und dadurch einen Strohhaufen in Brand gesetzt. Das Feuer breitete sich in der Folge durch günstigen Wind und Funkenflug auf die Bauernhäuser Stadler und Bachmayer (heute Zinöcker) aus. Von diesen griff das Feuer dann auf die Nachbarobjekte bis zum Lichtenecker südwestwärts und auf der anderen Seite bis zum Schmiedhaus (Pupping Nr. 15) über. Insgesamt 7 Häuser wurden bis auf kleine Reste der Grundmauern eingeäschert - 5 Tote waren zu beklagen. Das Reisingerhaus (Pupping Nr. 24), blieb merkwürdigerweise verschont, obwohl es inmitten der übrigen Brandobjekte stand.

Weitere Brände in dieser Zeit:

05.09.1876

Bamer in Wörth 4

xx.xx.1884

Bräuhaus in Gstöttenau 3

03.07.1885

Sepp in Gstaltenhof (Blitzschlag)

30.08.1886

Maierhaus in Gstöttenau

23.07.1888

Wiesinger auf der Bruck (Au bei hohen Steg 13)

19.05.1889

Der Gemeinderat fasst den Beschluss zur Gründung einer Feuerwehr. Dem folgten dann offenbar umfangreiche Beratungen und Vorbereitungsarbeiten.

06.05.1891

Brand bei Müller in Pupping 6

31.05.1891

Es wird beschlossen, zur Bedienung der Feuerspritze 10 Mann zu bestimmen, die sich aus der Ortschaft Pupping zu rekrutieren haben.

24.04.1892

Mitteilung bezüglich der Anschaffung neuer Schläuche für Feuerlöschzwecke. Für die Anschaffung von 30 m Schläuchen wurde der Betrag von 34 Gulden und 40 Kreuzer verausgabt.

01.09.1892

Brand eines Stadels bei Müller in Pupping 6

18.12.1892

Der Gemeinderat beschließt, eine Handspritze mit Sauger und Doppelpumpwerk anzuschaffen.

29.01.1893

Die Statuten der FF Pupping werden durch den Gemeindeausschuss genehmigt. Gleichzeitig wird der Ankauf einer tragbaren Handspritze für die Ortschaften der Steuergemeinde Oberschaden zum Preis von 117 Gulden und 88 Kreuzer genehmigt, wobei in diesem Preis die Schläuche bereits inkludiert waren.
Die nächsten Brände:

14.08.1893

Zubau zum Körnerhäusl in Gstöttenau 21

22.04.1894

Die Gründungsversammlung der FF Pupping fand im Gasthof Eckersdorfer in Brandstatt (man beachte den treffenden Namen!) statt.

26.05.1894

Vereinsbehördlichen Genehmigung mit Dekret der Landesbehörde. Es wurden bereits 39 Gründungsmitglieder verzeichnet.

Obmann (so nannte sich der Kommandant damals) war Franz Heiglauer, Land- und Gastwirt in Pupping, der diese Funktion bis 1921 ausübte.

23.11.1897

Aus einem alten Zeitungsbericht:

"Heute früh gegen 6 Uhr entstand im Anwesen des Daniel Bislinger, Hausname Kerner, in der Au Nr. 21, aus bisher unbekannter Ursache ein Brand, der in kürzester Zeit dieses Besitztum bis auf die gemauerten Teile einäscherte. Infolge des herrschenden dichten Nebels wurde der Brand nur von den allernächsten Nachbarn bemerkt und erschien nach der Verständigung der freiwilligen Feuerwehr Pupping dieselbe auch gleich am Brandplatze.
Der Besitzer des Hauses, welcher durch das heurige Hochwasser schon sehr großen Schaden erlitt, hat eine größere Familie zu erhalten. Während des Brandes mußte seine Frau, welche sich eben im Wochenbette befand, aus dem brennenden Hause gebracht werden; sie wurde später zu ihren Eltern (Bauernfeind) überführt."

Die gleiche Zeitung berichtete eine Woche später:

"Der noch während des Brandes verhaftete junge Bursch könnte möglicherweise doch unschuldig sein. Es wird doch recht gut sein, wenn auch auf anderen, dieses Verbrechens verdächtige Individuen ein scharfes Auge ruht."

1897

Für das "Spritzenhäusl" in Taubenbrunn wurden 200 Gulden bewilligt.

03.09.1899

Auch hier wieder ein Zeitungsbericht:

"Heute am 3. Sept.1899 um 4 1/4 Uhr (Früh) brannte die Leimühle (Anmerkung: heute Leumühle) Ortschaft Waschpoint und die am Brandplatze erschienenen Feuerwehren Eferding, Hinzenbach und Pupping konnten in vereintem Einsatz das Übergreifen auf das nahe liegende Bauernwesen, das teilweise mit Zigel und Stroh gedeckt war, verhindern. Der Einsatz der inzwischen erschienenen Feuerwehr Hartkirchen war nicht mehr erforderlich.
Wohnhaus(-trakt), Ökonomiegebäude und Mühlenwerk wurden erst anfangs des heurigen Jahres durch Herrn Jules Trak, Großindustrieller aus Paria gekauft und mit großen Kosten ganz neu eingerichtet; teilweise auch sogar noch gebaut. Der Schaden ist sehr bedeutend und durch die Versicherung weitaus nicht gedeckt. Die ungedeckte Schadensziffer wird mit 5.000 bis 7.000 Gulden geschätzt. Als Brandursache wird durch "Heißgehen" von Lager vermutet.
Die Mühle ist unter einem früheren Besitzer vor ca. 28 Jahren abgebrannt."

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Mittwoch, 18. Mai 2022