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Historische Wasserwehr-Leistungsabzeichen / Niederösterreich | |
Die ersten offiziellen Wettkämpfe am Wasser gehen auf das Jahr 1956 zurück. In der Ausgabe Nr. 8 der Mitteilungen des Niederösterreichischen Landesfeuerwehrverbandes erfolgte gleich an Titelblatt die Ankündigung, dass am 1. September ein Wasserwehr-Wettbewerb in Tulln stattfindet: Auf den folgenden Seiten waren dann die näheren Bestimmungen festgehalten: Und bereits hier ist festgehalten, dass vom Landes-Feuerwehrkommando an alle Teilnehmer Anerkennungsurkunden verliehen werden. Offensichtlich war dieser Wettbewerb ein Erfolg, denn schon im nächsten Jahr gab es eine Fortsetzung. Auch das war dem Niederösterreichischen Landesfeuerwehrverband wieder eine entsprechende Schlagzeile auf dem Titelblatt wert. Und ebenso offensichtlich hatte sich die Teilnehmeranzahl entsprechend vergrößert, wurde der Bewerb nunmehr doch an zwei Tagen, nämlich am 31. August und am 1. September, abgehalten: 1958 gab es am 23. August wiederum in Tulln die nächste Auflage. Diesmal war die Ankündigung bereits ins Blattinnere gerutscht, mit eineinhalb Seiten auch nicht mehr so umfangreich wie in den beiden Vorjahren und ohne Fotos: 1959 fand der bereits 4. Bewerb am 5. September statt. Tulln hatte als Austragungsort schon Tradition. Die Ankündigung erfolgte wiederum in den Mitteilungen des Niederösterreichischen Landesfeuerwehrverwandes in der Ausgabe Nr. 7 auf den Seite 21 und 22:
Und in der Ausgabe 10 vom selben Jahr wurde auf den Seiten 3 und 4 über den Wettkampf berichtet: 1960 war es dann endlich soweit. Ein trag- und somit sichtbares Abzeichen wurde geschaffen und dies in der Ausgabe 5 auf Seite 13 der neuen Zeitschrift "Brand aus" auch angekündigt: Die Bestimmungen zum Erwerb hatten es aber in sich: Voraussetzung war nämlich, dass der Teilnehmer mindestens fünf Mal an einem Wasserwehr-Leistungsbewerb teilgenommen hatte und er überdies bereits das Feuerwehrleistungsabzeichen in Bronze, Silber oder Gold errungen hatte. Das neue Abzeichen lehnte sich bezüglich der Gestaltung an das bereits seit 1951 vorhandene Feuerwehrleistungsabzeichen an, dessen Form und Größe übernommen wurde. Anstelle des Strahlrohres wurde aber ein Anker verwendet. Und zur noch deutlicheren Unterscheidung wurde das Abzeichen mit lichtblauem Stoff unterlegt. Es handelte sich also um ein Kombinationsabzeichen, mit dem die erfolgreiche Teilnahme sowohl des "Feuer- als auch des Wasserwettkampfes" bestätigt wurde. Die Stufe dieses Kombinationsabzeichen hing davon, welches Feuerwehrleistungsabzeichen der Teilnehmer bereits besaß. Hier die Abzeichen nun im Vergleich. Die Fotos der neuen Wasserwehr-Leistungsabzeichen wurden uns von ABI Christian Fastl zur Verfügung gestellt, dem an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön gesagt sei und bei dem auch das Copyright liegt. |
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1951 - 1964 Feuerwehr-Leistungsabzeichen in Bronze |
1960 - 1964 Wasserwehr-Leistungsabzeichen in Bronze |
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1951 - 1963 Feuerwehr-Leistungsabzeichen in Silber |
1960 - 1964 Wasserwehr-Leistungsabzeichen in Silber |
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1958 - 1965 Feuerwehrleistungsabzeichen in Gold |
1960 - 1964 Wasserwehr-Leistungsabzeichen in Gold |
Bei diesem nun schon 5. Wasserwehrleistungsbewerb am 3. September 1960 wurden 3 Wasserwehrleistungsabzeichen in Gold, 13 in Silber und 6 in Bronze verliehen, wovon in der Zeitschrift "Brand aus" Ausgabe 10 auf den Seite 7 bis 11 auch ausführlich berichtet wurde:
Beim 6. Bewerb am 26. August 1961 wurden 3 Leistungsabzeichen in Gold, 8 in Silber und 3 in Bronze vergeben. Für das Jahr 1962 findet sich in der Zeitschrift "Brand aus" Ausgabe 9, Seite 3 kein Hinweise auf zusätzliche Verleihungen. Es wurden lediglich die Sieger in den einzelnen Kategorien veröffentlicht . 1963 war die Verleihung von Leistungsabzeichen lediglich eine kurze Notiz ("Brand aus" Ausgabe 9, Seiten 4 bis 7) in einem ansonsten sehr ausführlichen Artikel wert, ohne dass über die Anzahl und die Kategorien der Leistungsabzeichen näher berichtet wird. 1964 wird in "Brand aus" Ausgabe 10 Seite 5 berichtet, dass anlässlich des 9. Wasserwehr-Leistungsbewerbes 8 Leistungsabzeichen in Gold, 15 in Silber und 2 in Bronze verliehen wurden. Es kann somit davon ausgegangen werden, dass in den Jahren 1960 bis 1964 max. 100 Wasserwehr-Leistungabzeichen in dieser Form in Niederösterreich verliehen wurden. Denn bereits am 28. August 1965 erfolgte anlässlich des 10. Wasserwehr-Leistungsbewerbes die Durchführung entsprechend den neuen bundeseinheitlichen Bestimmungen. Dabei konnte das Abzeichen in Bronze nach dem Besuch des Wasserdienstlehrganges I oder nach dreimaligem Antreten in der Kategorie Bronze, das Abzeichen in Silber nach Absolvierung der Wasserdienstlehrgänge I und II oder nach dreimaligem Antreten in der Kategorie Silber errungen werden. Das Abzeichen wurde aus Oberösterreich übernommen und entspricht noch der heutigen Form. Am oberen Ende des Abzeichens war damals aber noch das Bundes- anstelle des Landeswappens angebracht. Nicht zu den Leistungsabzeichen, sondern zu den Funktionsabzeichen zählt übrigens das sogenannte Wasserwehrabzeichen (auch zu diesem Foto liegt das Copyright bei ABI Christian Fastl): |
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Historische Leistungsabzeichen / Niederösterreich | |
Die ersten Wettkampfbestimmung nach dem II. Weltkrieg gab es im August 1948. Diese wurden auszugsweise in den "Mitteilungen des niederösterreichischen Landesfeuerwehrverbandes" (in weiterer Folge "Mitteilungen") in der Ausgabe 10/56. Jahrgang vom Oktober 1948 auf den Seiten 4 und 5 veröffentlicht. In der gleichen Ausgabe war bereits auf Seite 2 die Aufforderung, Wettkämpfe zu organisieren, zu finden. Schon damals sahen die Bestimmungen einerseits einen trocken durchgeführten Löschangriff mit Gruppenstärke 1:8 und einen Stafettenlauf über 450 m (9 x 50 m) vor. Details sind hier nachzulesen: Im Juli 1951 war schließlich auf der Titelseite der Ausgabe 7/59. Jahrgang der "Mitteilungen" folgende Ankündigung zu finden: "Landes-Feuerwehrwettkämpfe um die Wanderpreise des nieder-österr. Landes-Feuerwehrverbandes verbunden mit der Verleihung des Feuerwehr-Leistungsabzeichens" Die Wettkämpfe fanden am 4. August 1951 in Haag statt. Teilnahmeberechtigt waren alle Freiwilligen Feuerwehren und Betriebsfeuerwehren, welche dem niederösterreichischen Landes-Feuerwehrverband angehörten, sowie bis zur endgültigen Regelung die Freiwilligen Feuerwehren und Betriebsfeuerwehren der Wiener Randgebiete. Der Hinweis, dass die Wettkampfbestimmungen vollkommen neu bearbeitet wurden, deutet, darauf hin, dass es offensichtlich schon vorher entsprechende Wettkämpfe gegeben hat. Landessieger war die Gruppe mit der höchsten Punktezahl. Zusätzlich wurde ein 2. und ein 3. Sieger ermittelt. Alle drei Mannschaften erhielten den Wanderpreis, um den ein ziemliches Gemeimnis gemacht wurde: "Die Wanderpreise bestehen aus - doch das werdet Ihr in Haag schon sehen." Wanderpreise, die 3mal hintereinander erworben werden, gehen in den endgültigen Besitz einer Wettkampfgruppe über. Das Feuerwehr-Leistungsabzeichen erwarb, wer
Das Feuerwehr-Leistungsabzeichen wurde vorerst nur in Bronze (1. Stufe) ausgegeben. Zusätzlich gab es auch noch eine Urkunde. |
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1951 - 1964 Feuerwehr-Leistungsabzeichen in Bronze | |
Der engere Ausschuss des niederösterreichischen Landes-Feuerwehrverbandes beschloss am 6. Dezember 1951, anlässlich der Landes-Feuerwehrwettkämpfe 1952 das Feuerwehr-Leistungsabzeichen in Silber zu stiften: Das Feuerwehr-Leistungsabzeichen in Silber konnte erwerben, wer
Ausgelost wurden dabei alle 9 Positionen. Der vorherige Erwerb des Feuerwehr-Leistungsabzeichens in Bronze war nicht erforderlich. |
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1951 - 1963 Feuerwehr-Leistungsabzeichen in Silber |
Die "Mitteilungen" Ausgabe 5/66. Jahrgangs vom Mai 1958 hatten gleich auf der Titelseite die Schlagzeile: "Das goldene Feuerwehrleistungsabzeichen". Auf Seite 2 ging's dann ins Detail. Der Bewerb sollte in der 1. Septemberwoche dieses Jahres stattfinden. Bewerber hatten einige Voraussetzungen zu erfüllen:
Gleich festgehalten wurde auch noch, dass erfolglose Bewerber, den Bewerb in den Folgejahren maximal 2mal wiederholen konnten. |
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1958 - 1965 Feuerwehrleistungsabzeichen in Gold |
Die Mitteilungen Ausgabe 10/66. Jahregang vom Oktober 1958 widmeten dem ersten Bewerb um das goldene Leistungsabzeichen, der von 3. bis 6. Septemer 1958 in der niederösterreichischen Landes-Feuerwehrschule in Tulln abgehalten wurde, auf dem Seiten 4 bis 7 einen ausführlichen Bericht. Insgesamt hatten sich 178 Kameraden angemeldet, die in 4 Durchgänge eingeteilt wurden. Aus organisatorischen Gründen konnte pro Tag lediglich ein Druchgang zum Bewerb antreten. Die Bewerber eines Tages wurde nochmals in zwei Halbdurchgänge eingeteilt. Der 1. Halbdurchgang trag vormittags zum theoretisch und nachmittags zum praktischen Teil, der 2. Halbdurchgang in umgekehrter Reihenfolge. Dabei waren folgende Disziplinen zu bewältigen:
Gleich am ersten Tag wurden die Disziplinen "Hindernislauf" und "Kommandieren" einigen Bewerbern zum Verhängnis. Trotzdem erreichten über 90 % der Bewerber am 1. Tag das begehrte Leistungsabzeichen. Die Leistungen verbesserten sich kontinuierlich, am 4. Tag konnte sogar die weiße Flagge (alle hatten bestanden) gehisst werden. Insgesamt hatten 157 der angetretenen 178 Teilnehmer den Bewerb erfolgreich beendet. Die Leistungen waren aber mit 191 bis 118 Punkten doch sehr breit gestreut. Ebenso breit waren die teilnehmenden Dienstgrade (vom Feuerwehrmann bis zum Bezirksfeuerwehrkommandanten) gestreut. |
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Historische Leistungsabzeichen / Salzburg | |
In Salzburg begann das Bewerbsgeschehen 1955. Von 7. bis 9. November fand der 1. Kampfrichterlehrgang in Salzburg-Maxglan im Hof der Berufsfeuerwehr statt. Die Absolventen erhielten das Leistungsabzeichen in Bronze. Am 4. November 1956 fand der 1. Wettkampf in Salzburg-Maxglan zur Erlangung des Feuerwehrleistungsabzeichens in Bronze statt. Von 70 angetretenen Gruppen haben 52 das Ziel erreicht. Für die gescheiterten Gruppen gab es am 11. November die Möglichkeit zur Wiederholung. Alle 18 Gruppen haben diese Chance erfolgreich genutzt. Erst am 17. September 1961 gab es den 2. Wettkampf in Bronze und den 1. Wettkampf in Silber in Salzburg-Maxglan. Das Leistungsabzeichen in Bronze und Silber erhielten dabei nicht nur die erfolgreichen Bewerber, sondern auch die Kampfrichter und Verbandsfunktionäre. Es war ursprünglich auch als „Auszeichnung“ vorgesehen. Am 27. Mai 1962 gab es schließlich wieder die "Bewerbsfortsetzung" für die gefallenen Gruppen, die hier eine zweite Chance bekamen. Bereits 1965 waren die Salzburger Leistungsabzeichen wieder Geschichte. Es wurde in der alten Form also nur drei Mal (inkl. Kampfrichterlehrgang) in Bronze und ein Mal in Silber verliehen. Dies erklärt auch, warum diese Abzeichen höchst selten in Versteigerungen auftauchen. Am 23.11.1965 wurden die bundeseinheitlichen Bewerbsbestimmungen veröffentlicht. 1966 folgte in Salzburg der 3. Landesbewerb, diesmal erstmals nach den bundeseinheitlichen Bestimmungen mit Vergabe der bundeseinheitlichen Leistungsabzeichen in Bronze und Silber. 1970 folgte der 4. Landesbewerb in Salzburg, ebenfalls in Bronze und Silber. Am 20.11.1971 wurde in Salzburg schließlich der 1. Bewerb um das Feuerwehrleistungsabzeichen in Gold nach den bundeseinheitlichen Bewerbsbestimmungen durchgeführt. 1973 fanden die 5. Bewerbe in Bronze und Silber in Tamsweg statt, die in weiterer Folge alle zwei Jahre durchgeführt wurden. Der Autor bedankt sich bei E-BR Adolf Schinnerl und BR Dr. Christian Fastl für zahlreiche wertvolle Hinweise. Von E-BR Schinnerl stammt auch die Information, dass der Landesfeuerwehrkommandant das Abzeichen in Gold "einer Handvoll" Feuerwehrfunktionären verliehen hat. |
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1955 - 1962 Feuerwehrleistungsabzeichen in Bronze | |
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1961 - 1962 Feuerwehrleistungsabzeichen in Silber
Das Foto wurde uns freundlicher Weise von Hans-Peter Pollhammer, einem Sammlerkollegen aus dem Bundesland Salzburg, zur Verfügung gestellt. |
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