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Historische Leistungsabzeichen / Kärnten | |
Die Kärntner Kameraden befassten sich bereits im ausgehenden 19. Jahrhundert mit dem Thema Leistungsbewerb. So wurde bereits 1896 beim 6. Österreichischen Feuerwehrtag in Klagenfurt der Antrag gestellt, eine Wettbewerbsordnung auszuarbeiten. Diese sollte sich auf Konkurrenz-Exerzieren und Übungen mit Geräten erstrecken. Unklar ist allerdings, ob dieser Antrag auch tatsächlich Wirkung zeigte. Gesichert ist jedoch, dass in der Stadt Wolfsberg bereits von 1928 bis 1938 jährlich eine Wertungsübung abgehalten wurde. Berichtet wird auch von einer Wertungsübung im Jahr 1935 beim Bezirksverbandstag in Maria Rojach und von einem Geräte-Exerzieren im Jahr 1936 in St. Andrä im Lavantal. Nach dem 2. Weltkrieg wurde die Idee der Leistungsbewerbe schnell wieder aufgegriffen, die Ausbildungsvorschrift 2 "Wettbewerbsbestimmungen" ausgearbeitet und im August 1948 aufgelegt. Vorgesehen war ein taktischer Löschangriff mit einer Gruppe 1:8, bei dem die Geräte aus dem Fahrzeug zu entnehmen waren. Und bereits damals wurde der Angriff nass durchgeführt, eine Vorgangsweise, die sich in Kärnten bis heute erhalten hat. Ziel war es, einen in etwa 3 m Höhe angebrachten Ballon mit vollem Wasserstrahl zu treffen. Zusatzlich war ein Staffellauf über 700 m vorgesehen. Die ersten Wettbewerbsbestimmungen umfassten gerade einmal 10 Seiten, wurden jedoch bereits im Februar 1949 in den Feuerwehrdienstlichen Mitteilungen ergänzt. Alle Teilnehmer sollten eine silberne Feuerwehrnadel erhalten, für Teilnehmer aus erfolgreichen Gruppen (Erreichen einer gewissen Mindestpunktezahl) war ein bronzenes Feuerwehr-Sportabzeichen vorgesehen, war der Teilnehmer jedoch bereits über 45 Jahre, so sollte dieses in Silber vergeben werden. Bevor jedoch noch der erste Bewerb ausgetragen wurde, wurden die Bewerbsbestimmungen geändert und das Feuerwehr-Sportabzeichen geschaffen. Der 1. Sportbewerb wurde 1949 mit 125 teilnehmenden Gruppen ausgetragen. |
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1949 Feuerwehr-Sportabzeichen Stufe I | |
1950 wurden die Bewerbsvorschriften bereits wieder überarbeitet (nunmehr 16 Seiten) und erstmals ein Kampfrichterkurs an der Landesfeuerwehrschule abgehalten. Die 2. Sportmeisterschaft wurde in den Stufen I und in der neugeschaffenen Stufe II ausgetragen. In der Stufe I konnte auch eine gemischte Gruppe antreten. Damit waren Gruppen gemeint, in denen Männer ohne Leistungsabzeichen und Männer, die die Stufe I bereits erworben hatten, gemeinsam antraten. Männer ohne Leistungsabzeichen konnten ihre Position frei wählen. Unter den Männern, die die Stufe I bereits besaßen, wurden die restlichen Positionen verlost. Von 176 angetretenen Gruppen erwarben 104 Gruppen das Sportabzeichen in der Stufe I und 57 Gruppen in der Stufe II. Am 5. November 1950 wurde aus 15 angetretenen Gruppen auch erstmals der Landesmeister in Klagenfurt ermittelt. |
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1950 Feuerwehr-Sportabzeichen Stufe II | |
Nach einer Pause im Jahr 1951 wurden die 3. Sportwettkämpfe 1952 durchgeführt. Im selben Jahr wurde auch die 2. Landesmeisterschaft ausgetragen. Die Sportwettkämpfe wurden um die Stufe III erweitert. Die Durchführungsbestimmungen für die Stufe I blieben unverändert. In der Stufe II wurden die Bedienungsmänner Positionen ausgelost. Zusätzlich nahmen die Nummern 3 und 4 als Voraustrupp mit einer Krückenspritze den 1. Angriff vor. Als Zeit wurde der Durchschnitt zwischen dem Treffen der Zielscheibe durch die Krückenspritze und das 1. Rohr gewertet In der Stufe III wurden alle Positionen außer dem Gruppenkommandanten und dem Maschinisten durch Los bestimmt. Es erfolgte die Vornahme von 2 C-Rohren. Zu treffen war eine Zielscheibe, wobei die Zeit des Strahlrohres, das die Zielscheibe als zweites zum Kippen brachte, gewertet wurde. Eine Krückenspritze musste zusätzlich bis zum Verteiler vorgetragen werden. Von 40 Prüfungsfragen musste von jedem Teilnehmer (inkl. der maximal möglichen 4 Ersatzmänner) je eine Frage beantwortet werden. Die richtige Antwort wurde dabei mit Gutpunkten bewertet. Angetreten waren in Stufe I 108 Gruppen, in Stufe II 53 Gruppen und in Stufe III auch immerhin schon 24 Gruppen. Zur 2. Landesmeisterschaft durften nur die jeweils 10 besten Gruppen jeder Stufe antreten. |
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1952 Feuerwehr-Sportabzeichen Stufe III | |
Nach einer weiteren Pause ging es im Jahr 1954 weiter. Die 3. Auflage der Ausbildungsvorschrift 2 (mittlerweile auf 31 Seiten angewachsen) verschärfte die Bedingungen: Stufe I und II: Der Gruppenkommandant musste den Grundschulungslehrgang, der Maschinist musste den Maschinistenlehrgang absolviert haben. Stufe III: Der Gruppenkommandant musste den Chargenkurs, der Maschinist musste den Maschinistenlehrgang absolviert haben. Das Maschinistenabzeichen ersetzte in allen drei Stufen den Maschinistenlehrgang. In der Stufe I traten 64 Gruppen, in Stufe II 26 Gruppen und in Stufe III 9 Gruppen an. 1955 und 1956 war wieder Pause. 1957 wurden die 5. Sportwettkämpfe (Stufe I 101 Gruppen, Stufe II 37 Gruppen und Stufe III 9 Gruppen) und die 4. Landesmeisterschaft durchgeführt. Überdies gab es die nächsten Ergänzungen der Bewerbsvorschriften. Nach weiteren 2 Jahren Pause gab es 1960 (6. Sportwettkämpfe, 5. Landesmeisterschaft) die nächste große Änderung: Es wurde eine Stufe IV eingeführt. Diese wurde - jedoch ohne Staffellauf - nach den Vorschriften der Stufe I durchgeführt. Die Besonderheit dabei war jedoch, dass die Teilnehmer aus allen aktiven Mitgliedern der Feuerwehr ausgelost wurden. Teilnehmen konnten überdies nur Feuerwehren, aus denen mindestens 1 Gruppe das Abzeichen der Stufe III erworben hatte. Angetreten waren in dieser Kategorie 22 Feuerwehren. Als Belohnung gab es allerdings kein weiteres Abzeichen sondern lediglich ein Diplom für die Feuerwehr. Zum Thema Abzeichen scheiden sich nun die Geister. Im Oberösterreichischen Feuerwehrmuseum in St. Florian sind Leistungabzeichen in Bronze, Silber und Gold ausgestellt. Diese haben alle die Form der oben dargestellten Stufe I und sind mit dem Text "Landesfeuerwehrverband Kärnten - Leistungabzeichen - 1. Form - 1959" versehen. Die oben dargestellten Feuerwehr-Sportabzeichen der Stufen I bis III sind ebenfalls ausgestellt, allerdings mit einer Zeitspanne 1949 bis 1959 beschriftet. In den Kärntner Unterlagen (insbesondere im Buch von Roman Felsner "Dem Nächsten zur Wehr - Kärntens Feuerwehren im Wandel der Zeit", das auch der Entwicklung der Sportwettkämpfe und der Landesbewerbe einen breiten Raum widmet und zahlreiche Abbildungen historischer Leistungsabzeichen aus diesem Bundesland enthält) findet sich dazu allerdings keinerlei Hinweis. Nach einer Pause im Jahr 1961 gab es ab 1962 (7. Sportwettkämpfe, 6. Landesmeisterschaft) eine grundlegende Änderung. Wegen des großen Andrangs von Bewerbsgruppen (1960 waren erstmals über 1000 Gruppen angetreten) sah man sich außerstande, alle Bewerbe jährlich durchzuführen. Es kam daher zu einer Aufteilung: 1962 wurden nur die Stufen I und III durchgeführt. 1963 (8. Sportwettkämpfe, 7. Landesmeisterschaft) waren dafür die Stufen II und IV an der Reihe. In diesem Jahr gab es übrigens aus versicherungstechnischen Gründen zum letzten Mal die Sportwettkämpfe. Nach einer weiteren Pause 1964 wurden 1965 die umbenannten 9. Leistungsbewerbe und die 8. Landesmeisterschaft in den Stufen I und III durchgeführt. 1966 wurden nur die 10. Leistungsbewerbe, jedoch keine Landesmeisterschaft, und auch diese nur in der Stufe IV durchgeführt. 1967 stand dann im Rahmen der 11. Leistungsbewerbe und der 9. Landesmeisterschaft lediglich die Stufe II auf dem Programm. Und auch 1968 wurde wieder umdisponiert. Statt der vorgesehenen Stufe III wurde nur die Stufe I durchgeführt, "um der nachdrängenden Jugend eine Gelegenheit zur Teilnahme zu geben". Dem Jahr 1969 (Stufen II und III) folgten 1970 die Stufen I und IV, wobei der mittlerweile 12. Landesbewerb erstmals nicht mehr in Klagenfurt sondern in Völkermarkt abgehalten wurde. Anlass war der 50. Jahrestag der Kärntner Volksabstimmung. 1971 (Stufen II und III) galten wieder neue Bewerbsbestimmungen. 1972 gab es die nächste Zäsur. Bei der Bewerterbesprechung zu den Stufen I und III am 22.04.72 mussten zahlreiche Ausnahmen beschlossen werden:
Erstmals wurden die Bewerterspangen verliehen. Zusätzlich wurden die neuen Feuerwehrleistungsabzeichen eingeführt. Diese wurden erstmals 1973 (17. Leistungsbewerbe, 15. Landesmeisterschaft) in der Stufe II verliehen, da die ebenfalls durchgeführte Stufe IV unverändert mit einem Diplom abgeschlossen wurde. |
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1973 Feuerwehrleistungsabzeichen Stufe II - Silber | |
1974 gab es die neuen Leistungsabzeichen schließlich auch in den Stufen I und III. Da die Lehrgänge in der Landesfeuerwehrschule stets überfüllt waren, durften
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1973 Feuerwehrleistungsabzeichen Stufe I - Bronze (erstmals verliehen 1974) |
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1973 Feuerwehrleistungsabzeichen Stufe III - Gold (erstmals verleihen 1974) |
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1974 (18. Leistungsbewerbe, 16. Landesmeisterschaft) bis 1991 (35. Leistungsbewerbe, 33. Landesmeisterschaft) kam insoferne Regelmäßigkeit in das Bewerbswesen, als in geraden Jahren die Stufen I und III, in ungeraden Jahren die Stufen II und IV durchgeführt wurden. 1992 wurde nur die Stufe III durchgeführt. Die Stufe I wurde dafür 1993 als "Probegalopp" durchgeführt. Ab diesem Jahr wurden die Leistungsbewerbe in neuer Form durchgeführt. Die neuen Bestimmungen waren in mehrjähriger Arbeit ausgearbeitet worden. Jeder Feuerwehrmann, auch wenn er schon die Leistungsbewerbe in allen bisherigen Stufen absolviert hatte, konnte antreten und das neue Abzeichen erwerben. |
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1993 Feuerwehrleistungsabzeichen Stufe I - Bronze | |
1994 (38. Leistungsbewerbe, 36. Landesmeisterschaft) wurde der Bewerb nach den neuen Regeln in der Stufe II durchgeführt. | |
1993 Feuerwehrleistungsabzeichen Stufe II - Silber | |
1995 wurden dann wieder die Stufen I und III abgehalten, womit nun auch die III. Stufe erwerbbar war. | |
1993 Feuerwehrleistungsabzeichen Stufe III - Gold | |
Von 1995 (39. Leistungsbewerbe, 37. Landesmeisterschaft) bis 2004 (46. Landesmeisterschaft) wurden in den ungeraden Jahren jeweils die Stufen I und III, in den geraden Jahren die Stufen II und IV abgehalten. Folgende Besonderheiten gab es aber dennoch in dieser Periode:
Für die Stufe 3W bzw. III-S wurde ein eigenes Abzeichen in drei Stufen geschaffen. Die näheren Details, insbesondere unter welchen Bedingungen welche Stufe erwerbbar war, sind aktuell nicht bekannt. |
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1997 Stufe 3W bzw. III-S - Bronze | |
1997 Stufe 3W bzw. III-S - Silber | |
1997 Stufe 3W bzw. III-S - Gold | |
Eine völlig neue Form der Leistungsbewerbe gab es ab 2005 bei der mittlerweile 47. Landesmeisterschaft:
Seit diesem Jahr ist auch der Erwerb des bundeseinheitlichen Feuerwehrleistungsabzeichens in Gold in Kärnten möglich. Zusätzlich wurde 2005 aber noch der Bewerb III-S abgehalten, wurde jedoch mit der letzmaligen Durchführung 2006 aus dem Programm gestrichen. Diese neue Form der Leistungsbewerbe führte auch wieder zu einem neuen Leistungsabzeichen, das auch heute noch verliehen wird. Details dazu siehe unter Leistungsabzeichen Kärnten. |
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Historische Leistungsabzeichen |
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Die Geschichte der Leistungsbewerbe in Österreich reicht in die späten 1940er/frühen 1950er-Jahre zurück. Erste Ansätze gab es bereits in den 1920er- und 1930er Jahren. Leistungsabzeichen wurden - soweit aktuell bekannt - erst Ende der 1940er-Jahre verliehen. Hier bietet sich dem Interessierten ein breites Forschungsfeld, wenngleich der Zugang zu entsprechenden Unterlagen relativ schwierig ist, da diese häufig unbearbeitet in diversen Archiven schlummern. Ausgangspunkt unserer Recherchen bildet der Artikel von E-BR Adolf Schinnerl auf der Homepage des ÖBFV. Schwierig ist es auch, an historische Leistungsabzeichen zu kommen. Diese tauchen in diversen Versteigerungen nur sehr sporadisch auf und sind aufgrund des Alters häufig auch beschädigt. Die folgenden Artikel unterliegen daher einer ständigen Adaptierung, je nach neuen Erkenntnissen bzw. der Möglichkeit des Erwerbes oder zumindest von Fotografien von historischen Leistungsabzeichen. Soweit Daten und Fotografien vorhanden sind, werden die einzelnen Bundesländer dargestellt: |
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Historische Leistungsabzeichen / Oberösterreich | |
Die Geschichte der Leistungsbewerbe reicht in die frühen 50er-Jahre des vorigen Jahrhunderts zurück. Der erste "offizielle" Oö. Landes-Feuerwehrleistungsbewerb wurde aber erst von 13. bis 14. Juli 1963 ausgetragen, weshalb 2012 bekanntlich in Braunau ein rundes Jubiläum gefeiert wurde. Aber auch schon in den 50er-Jahren konnten in Bewerben auf Bezirksebene das Bronzene (ab 1951), das Silberne (ab 1954) und auf Landesebene das Goldene Leistungsabzeichen (ab 1956) erworben werden. Die damals verliehenen Leistungsabzeichen wurden bereits 1958 in einer 2. Version verliehen, die sich von der 1. Version im Wesentlichen in der Größe unterschied (Näheres im Artikel). Am 3. Juni 1962 wurde in Linz erstmals der Oö. Landes-Wasserwehrleistungsbewerb durchgeführt, bei dem das Wasserwehr-Leistungsabzeichen in Bronze erworben werden konnte. Ab 1965 konnte das Abzeichen in Silber, ab 1971 auch in Gold erworben werden. Die Daten sind hier jedoch lediglich der Vollständigkeit halber angeführt, da sich die Beschaffenheit der Abzeichen in der nunmehr schon mehr als 50jährigen Geschichte nicht geändert hat. Anders dagegen beim 1974 geschaffenen Funk-Leistungsabzeichen in Bronze, das nur wenige Jahre verliehen wurde. Bereits 1980, mit der Einführung des Funk-Leistungsabzeichens in Silber, erhielten diese Abzeichen ihre heutige Form. Sieht man sich die Ausstattung der "alten" Leistungsabzeichen an, so sind diese - zumindest aus Sicht des Autors (auch wenn sich über Geschmack bekanntlich streiten lässt) - wesentlich schöner und auch aufwändiger gestaltet, was sich sicherlich auch im Preis niedergeschlagen hat. Vielleicht war letzteres - neben der bundeseinheitlichen Gestaltung - auch mit ein nicht unmaßgeblicher Grund für die Umgestaltung. Seit 2016 wird das bundeseinheitliche Feuerwehr-Leistungsabzeichen in Gold nun - zumindest in Oberösterreich - mit rotem Stoff unterlegt ausgegeben - dies gilt auch für Ersatzbeschaffungen. Offensichtlich möchte man hier wieder an die frühere Tradition anknüpfen. Im Bereich der silbernen Abzeichen ist diese Entwicklung (vorläufig?) noch nicht zu sehen. Urteilen Sie einfach selbst und lesen Sie Details zur Entwicklung in den folgenden Artikeln: |
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FLAB 1958 bis 1995 | FLAB ab 1996 |
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FLAS 1958 bis 1995 | FLAS ab 1996 |
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FLAG 1958 bis 1979 | FLAG 1980 bis 2015 |
FLAG avers ab 2016 | FLAG revers ab 2016 |
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FuLAB 1974 bis 1979 | FuLAB ab 1980 |
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Historische Feuerwehr-Leistungsabzeichen in Oberösterreich |
Die Geschichte der Leistungsbewerbe reicht auch in Oberösterreich schon etliche Jahrzehnte zurück. So berichten etwa die Oberösterreichischen Feuerwehr-Mitteilungen bereits in ihrer Folge 2/3. Jahrgang für die Monate März und April 1951 auf ihrer Titelseite: "Die Wettbewerbe wurden im Jahre 1950 begonnen. Es haben sich viele Feuerwehren daran beteiligt, obwohl sie in vieler Hinsicht eine Probe waren. Aber mit Befriedigung kann das oberösterreichische Feuerwehrkommando feststellen, daß schöne Erfolge erzielt wurden, die uns die Verpflichtung auferlegen, die Wettbewerbe weiter auszubauen und so zu gestalten, daß auch im Ernstfalle gute Leistungen erzielt werden können." Im gleichen Artikel wird auch der Zweck der Feuerwehr-Wettbewerbe festgehalten:
Die Feuerwehr-Wettbewerbe sollten zunächst in drei Formen durchgeführt werden:
Für die erfolgreiche Absolvierung des Leistungswettbewerbes war auch eine entsprechende Würdigung vorgesehen:
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Das Leistungsabzeichen wurde damals noch per Verordnung der Landesregierung festgelegt und im Landesgesetzblatt Nr. 23 vom 30. Juli 1951 veröffentlicht: Interessant ist dabei insbesondere, dass bereits 1951 auch die Leistungsabzeichen in Silber und Gold geschaffen wurden, obwohl diese erst 1954 bzw. 1956 erstmals erworben werden konnten. |
Feuerwehrleistungsabzeichen in Bronze avers |
und revers: Deutlich erkennbar sind das aufgesetzte Wappen, das Nadelsystem und der sehr exakt herausgearbeitete Schriftzug. Das Wappen ist übrigens - auf diesem Foto allerdings nicht erkennbar - nicht angeklebt bzw. angelötet, sondern am Abzeichen lediglich mit einem Splint direkt oberhalb des Nadelsystems befestigt. |
Zumindest in den 1950er-Jahren wurden zu den Leistungsabzeichen auch noch Urkunden ausgegeben. In jeder Urkunde wurden mit Schreibmaschine der Name, das Geburtsdatum und die Feuerwehr des Teilnehmers sowie das Datum des Leistungsbewerbs eingetragen. Zusätzlich wurde die Urkunde mit dem Stempel des OÖLFV versehen und vom Landesfeuerwehrkommandanten persönlich unterschrieben. Außerdem war die Ausstellung der Urkunden gebührenpflichtig, wie aus der Stempelmarke in Höhe von 6 Schilling ersichtlich ist. Hier ein Exemplar aus 1954 zum Feuerwehrleistungsabzeichen in Bronze, das von einem Mitglied der FF Gallneukirchen erworben wurde: |
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Darüber hinaus konnten eine Siegernadel in 3 Stufen und ein Wanderpreis erworben werden:
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Entsprechend selten sind auch Exemplare der Siegernadeln zu finden. Dem Autor ist es jedoch nach jahrelanger Suche gelungen, ein Exemplar der Siegernadel in Bronze zu erwerben. Die Befestigung erfolgte mit einer Sicherheitsnadel, die auf der Rückseite angelötet wurde. |
Siegernadel in Bronze 1953, avers |
Siegernadel in Bronze 1953, revers |
Hier Fotos von weiteren Exemplaren, die dem Autor jedoch nur leihweise zur Verfügung gestellt wurden: |
Eine Vorschrift, wie die Siegernadel an der Uniform anzubringen war, bietet folgendes Bild aus den Oberösterreichischen Feuerwehrmitteilungen Folge 4/3. Jahrgang für die Monate Juli und August 1951. Unter der Überschrift "Abzeichen der Feuerwehr" wird festgestellt:
"Bei den verschiedensten Veranstaltungen wird immer wieder die Wahrnehmung gemacht, daß die Abzeichen der Feuerwehren nicht richtig getragen werden (Anmerkung des Verfassers: ein Umstand, der sich leider bis heute nicht wirklich gebessert hat). ... Um in der Tragweise dieser Abzeichen Klarheit zu schaffen, wird sie nochmals verlautbart."
Es folgen die Vorschriften für das richtige Tragen von:
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Wie bereits oben beschrieben handelt es sich beim "Silbernen Strahlrohr" um ein Unikat. Dieses wird noch heute von der Betriebsfeuerwehr der ÖBB in Linz in Ehren gehalten. Für die Möglichkeit, dieses Exemplar und ein Siegerfoto fotografieren zu können, ein herzliches Dankeschön an unsere Kameraden! |
Einen interessanten Einblick in das Bewerbsgeschehen bieten auch noch die Oberösterreichischen Feuerwehr-Mitteilungen in ihrer Folge 1/4. Jahrgang für die Monate Jänner und Februar 1952. Darin wird der Ablauf des Bewerbes im Detail beschrieben und mit zahlreichen Fotos illustriert. Auch die 30 Fragen und Antworten der theoretischen Prüfung sind angeführt. Hier einige Details zum Leistungsbewerb:
Beim Landes-Löschgruppenwettbewerb erhält die Landessiegergruppe unverändert den Wanderpreis. Überdies erhält sie aber eine Goldmedaille, die zweitbeste Gruppe eine Silbermedaille und die drittbeste Gruppe eine Bronzemedaille im Etui. |
In den Oberösterreichischen Feuerwehr-Mitteilungen Folge 6/5. Jahrgang von November/Dezember 1953 wird auf Seite 6 festgehalten, dass die Früchte der bisherigen Wettbewerbe allmählich zu reifen beginnen. Besonders hervorzuheben sei, dass sich heuer (Anmerkung: also 1953) jeder Bezirk des Landes an diesen Wettbewerben beteiligt hat. Dann kommt folgende Ankündigung: "Auch im kommenden Jahr werden die Wettbewerbe wieder durchgeführt werden. Durch die Einführung des Silbernen Leistungsabzeichens soll der Einheitsfeuerwehrmann erreicht werden." Etwas Verwirrung herrschte zu Beginn des Bewerbsgeschehens. Mehrmals wird in den Oberösterreichischen Feuerwehr-Mitteilungen darauf hingewiesen, dass "alle Nummern in der Gruppe, einschließlich des Gruppen-Kommandanten und des Maschinisten, ausgelost werden". Oder: "Es herrscht bei den Feuerwehren oftmals die Meinung vor, daß für den Erwerb des Silbernen Leistungsabzeichens nur die Nummern 1 bis 6 auszulosen sind. Diese Auffassung ist falsch. Jeder Mann in der Gruppe wird ausgelost, somit auch der Kommandant, der Maschinist und der Melder." |
Feuerwehrleistungsabzeichen in Silber avers |
Auch zum Feuerwehrleistungsabzeichen in Silber gab es eine Urkunde. Hier ein Exemplar aus dem Jahr 1955. Der oben erwähnte Kamerad von der FF Gallneukirchen hat gleich im Folgejahr auch noch die höhere Stufe errungen: |
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Ein interessantes Detail gibt es aus der Nachkriegszeit auch noch zu berichten: Viele unserer Kameraden waren im Krieg gefallen oder verwundet aus diesem zurückgekehrt, sodass einerseits die "ganz alte" Generation nach wie vor zu Einsätzen ausrücken musste, andererseits aber auch zahlreiche Invalide in unseren Reihen zu finden waren. Um auch diesen den Erwerb des Silbernen Leistungsabzeichens zu ermöglichen, wurde erstmals am Samstag, den 13. November 1954, in der Landesfeuerwehrschule eine Leistungsprüfung nach den Sonderbestimmungen abgehalten. Teilnahmeberechtigt waren Feuerwehrmänner, die
nachweisen können. Die Prüfungen wurden mündlich abgenommen und bestanden aus einer Prüfung über das Arbeiten in der Gruppe und in der schriftlichen Beantwortung der für den Erwerb des Silbernen Leistungsabzeichens vorgesehenen Fragen. |
Erstmals in der letzen Ausgabe der Oberösterreichischen Feuerwehr-Mitteilungen Folge 6/Jahrgang 4 für November und Dezember 1954 wurde auf Seite 5 unter der Überschrift "Kommt das Leistungsabzeichen in Gold?" die höchste Stufe erstmals angesprochen. Offenbar wurde das Thema bei den Feuerwehren schon rege diskutiert, sodass sich die Redaktion veranlasst sah, darauf mit einem eigenen Artikel einzugehen. Inhaltlich wurde bestätigt, dass "bereits Besprechungen im Schoße des Landes-Feuerwehrkommandos über die Einführung eines Leistungsabzeichens in Gold geführt worden sind und auch geführt werden! Endgültige Beschlüsse sind aber noch nicht gefaßt worden....Die für den Erwerb des Leistungsabzeichens in Gold zu erfüllenden Bedingungen sind natürlich ebenfalls noch nicht endgültig festgelegt....Auf Grund der bisher schon geführten Besprechungen kann aber schon heute gesagt werden, daß die Bedingungen zum Erwerb des Leistungsabzeichens in Gold selbstverständlich schwieriger und der zur Prüfung vorgeschriebene Stoff umfangreicher sein wird als jener für das bronzene bzw. silberne Leistungsabzeichen! Klar gestellt wurden auch folgende Voraussetzungen:
Angekündigt wurde, dass mit der Einführung der Wettbewerbe voraussichtlich im Frühjahr 1956 zu rechnen ist, was dann auch tatsächlich der Fall war. |
Hier nochmals alle drei Leistungsabzeichen |
Ab 1958 wurden neue Leistungsabzeichen ausgegeben. Diese unterschieden sich von der 1. Version im Wesentlichen in fünf Punkten:
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Nachstehendend das Landeswappen von Oberösterreich mit Erzherzogshut: offizielle Darstellung gemäß LGBl 19/1949, in gleicher Form nochmals enthalten in LGBl 126/1997
Wappen aus dem Feuerwehrleistungsabzeichen in Bronze von 1951 bis 1957
Wappen aus dem Feuerwehrleistungsabzeichen in Bronze Version 1
Wappen aus dem Feuerwehrleistungsabzeichen in Bronze Version 2
Wappen aus dem Feuerwehrleistungsabzeichen in Gold Version 2 |
Zunächst einmal die beiden Abzeichen im Vergleich: |
Hier nun das Feuerwehrleistungsabzeichen in Bronze avers |
und revers: Sehr schön zu erkennen ist, dass bei dieser Version das Wappen nicht aufgesetzt, sondern gleich mitgeprägt wurde. |
Feuerwehrleistungsabzeichen in Bronze avers |
und revers: Deutlich sichtbar ist die hohle Prägung. |
Feuerwehrleistungsabzeichen in Bronze avers |
und revers: Auch hier ist das Wappen aufgesetzt. |
Feuerwehrleistungsabzeichen in Bronze avers Hier ist erstmals auch die Farbe Bronze gut erkennbar. |
Feuerwehrleistungsabzeichen in Silber avers |
Feuerwehrleistungsabzeichen in Silber avers |
und revers: |
Feuerwehrleistungsabzeichen in Gold avers |
Feuerwehrleistungsabzeichen in Gold avers |